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Pompadour – die ikonische Rock’n’Roll-Frisur

Der Pompadour gehört zu den bekanntesten klassischen Frisuren der Welt. Sein charakteristisches Merkmal ist die voluminöse Vorderpartie, die nach oben und anschließend in einer geschwungenen Form nach hinten gestylt wird.

Besonders bekannt wurde der Herren-Pompadour durch Musiker, Schauspieler und Jugendkulturen der 1950er-Jahre. Bis heute ist er eng mit Rock’n’Roll, Rockabilly und klassischer Barbershop-Kultur verbunden.

Ein Pompadour kann elegant und glatt, hoch und markant oder modern und locker getragen werden. Pomade verleiht der Frisur Halt, Definition und Glanz, während Föhn und Bürste das notwendige Volumen erzeugen.

Geschichte des Pompadours

Der Name der Frisur geht auf Madame de Pompadour, die einflussreiche Mätresse des französischen Königs Ludwig XV., zurück. Später wurde der Begriff für verschiedene Frisuren verwendet, bei denen das Haar über der Stirn erhöht und nach hinten geformt wird.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trugen vor allem Frauen voluminöse Pompadour-Frisuren. In den 1940er- und 1950er-Jahren wurde die Form zunehmend in Herrenfrisuren übernommen und mit kürzeren Seiten, einer ausgeprägten Tolle und glänzender Pomade kombiniert.

Während der Rock’n’Roll-Ära entwickelte sich der Pompadour zu einem Symbol für jugendlichen Stil und selbstbewusstes Auftreten. Musiker wie Elvis Presley trugen dazu bei, die voluminöse, nach hinten geschwungene Frisur weltweit bekannt zu machen.

Merkmale eines Pompadours

  • lange und voluminöse Vorderpartie
  • Haar wird nach oben und anschließend nach hinten geführt
  • geschwungene, deutlich erkennbare Form über der Stirn
  • glatte, gekämmte oder bewusst locker strukturierte Oberfläche
  • kurze oder ebenfalls nach hinten gekämmte Seiten
  • je nach Variante natürlicher bis starker Glanz

Kurze Seiten sind kein zwingendes Merkmal des klassischen Pompadours. Bei traditionellen Varianten werden die Seiten häufig länger getragen und nach hinten gekämmt. Moderne Pompadours werden dagegen oft mit Taper, Fade oder Undercut kombiniert.

Welche Haarlänge benötigt ein Pompadour?

Für einen deutlich ausgeprägten Pompadour sollte das Deckhaar in der Regel mindestens etwa acht bis zwölf Zentimeter lang sein. Die Vorderpartie darf noch länger ausfallen, da sie für die typische Höhe und Rundung der Frisur benötigt wird.

Hilfreich sind folgende Voraussetzungen:

  • eine längere Vorderpartie
  • ausreichend langes Deckhaar für den Übergang nach hinten
  • ein Haarschnitt mit abgestufter oder sauber verbundener Form
  • ein Föhn und eine geeignete Bürste zum Aufbau des Volumens
  • eine auf Haartyp und gewünschte Höhe abgestimmte Pomade

Ein kürzerer Pompadour ist ebenfalls möglich, besitzt jedoch weniger Höhe und eine kompaktere Vorderpartie. Entscheidend ist, dass das Haar an der Stirn nach oben angehoben und anschließend nach hinten geformt werden kann.

Für welche Haartypen eignet sich der Pompadour?

Haartyp Eignung Empfehlung
Normales Haar sehr gut geeignet mittelfeste bis feste Pomade verwenden
Feines Haar gut geeignet Volumen mit Prestyler und Föhn aufbauen; nur wenig Pomade verwenden
Dickes oder dichtes Haar sehr gut geeignet feste bis sehr feste Pomade für ausreichend Kontrolle
Welliges Haar gut geeignet Wellen glätten oder als natürliche Struktur in die Form integrieren
Lockiges Haar mit Vorbereitung geeignet mit Föhn und Bürste vorformen oder einen lockigen Pompadour stylen

Welche Pomade eignet sich für einen Pompadour?

Die Pomade muss das Haar kontrollieren, ohne das zuvor aufgebaute Volumen unnötig zu beschweren. Welche Pomade-Art am besten geeignet ist, hängt vom Haartyp und dem gewünschten Finish ab.

Pomade-Art Ergebnis Besonderheit
Feste ölbasierte Pomade klassisch, flexibel und definiert bleibt nachkämmbar und eignet sich für traditionelle Pompadours
Starke Waterbased Pomade fest, sauber und stabil härtet häufig aus und lässt sich meist leicht auswaschen
Feste UWB-Pomade flexibel, kontrolliert und natürlich bis glänzend verbindet Nachkämmbarkeit mit leichterer Auswaschbarkeit

Für feines Haar kann eine sehr schwere Pomade ungeeignet sein, weil sie das Volumen wieder zusammenfallen lässt. Dickes oder widerspenstiges Haar benötigt dagegen häufig eine feste oder sehr feste Pomade.

Mehr über Festigkeit und Halt bei Pomade erfahren →

Pompadour stylen – Schritt für Schritt

Schritt 1 – Haare vorbereiten

Waschen oder befeuchten Sie das Haar und trocknen Sie es anschließend mit einem Handtuch vor. Es sollte noch leicht feucht, aber nicht nass sein. Kämmen Sie das Haar vollständig durch und lösen Sie Knoten.

Ein Hair Tonic, Grooming Tonic oder anderer leichter Prestyler kann das Haar geschmeidiger machen und den Aufbau von Volumen unterstützen.

Schritt 2 – Volumen föhnen

Der Föhn ist für einen hohen Pompadour wichtiger als eine große Menge Pomade. Heben Sie das Deckhaar mit einer Bürste am Ansatz an und föhnen Sie es zunächst nach oben. Führen Sie das Haar anschließend in einer geschwungenen Bewegung nach hinten.

Konzentrieren Sie sich besonders auf die Vorderpartie. Föhnen Sie diese gegen die natürliche Fallrichtung nach oben und anschließend zurück. Dadurch entsteht die Grundform, die später mit Pomade definiert wird.

Tipp: Fixieren Sie die vorgeföhnte Form am Ende kurz mit kühler Föhnluft. Das Haar behält dadurch seine Grundrichtung besser bei.

Schritt 3 – Pomade entnehmen und verreiben

Entnehmen Sie zunächst nur eine kleine Menge Pomade und verreiben Sie diese gründlich zwischen den Handflächen und Fingern. Besonders feste ölbasierte Pomaden werden durch die Wärme der Hände weicher und lassen sich anschließend besser verteilen.

Verwenden Sie lieber mehrere kleine Portionen als eine große Menge auf einmal. Zu viel Produkt kann das Haar beschweren und das zuvor aufgebaute Volumen verringern.

Schritt 4 – Pomade einarbeiten

Arbeiten Sie die Pomade zunächst vom Hinterkopf nach vorne in das Haar ein. Verteilen Sie das Produkt gleichmäßig vom Ansatz bis in die Spitzen und nicht nur auf der sichtbaren Oberfläche.

Fahren Sie anschließend mit den Händen von vorne nach hinten durch das Haar. Die vorgeföhnte Grundform sollte dabei möglichst erhalten bleiben.

Schritt 5 – Deckhaar nach hinten kämmen

Kämmen Sie die Seiten und das hintere Deckhaar sauber nach hinten. Verwenden Sie zunächst die grobe Zahnung des Kamms, damit das Volumen nicht vollständig zusammengedrückt wird.

Führen Sie das Deckhaar nach hinten, ohne die Vorderpartie flach an den Kopf zu pressen. Die Frisur sollte bereits jetzt ihre ungefähre Silhouette erkennen lassen.

Schritt 6 – Vorderpartie anheben und formen

Kämmen Sie die Vorderpartie zunächst nach vorne. Platzieren Sie anschließend die freie Hand vor dem Haar und führen Sie den Kamm von vorne nach oben und nach hinten. Die Hand hilft dabei, die typische Rundung des Pompadours zu formen.

Wiederholen Sie diese Bewegung vorsichtig, bis die gewünschte Höhe und Wölbung erreicht sind. Kleine Unregelmäßigkeiten können mit der Spitze oder der feinen Zahnung des Kamms korrigiert werden.

Schritt 7 – Finish ausarbeiten

Glätten Sie die Oberfläche vorsichtig mit dem Kamm, ohne das Volumen herauszudrücken. Arbeiten Sie Konturen und Seiten sauber aus. Abstehende Haare lassen sich mit einer sehr kleinen zusätzlichen Menge Pomade anlegen.

Für zusätzlichen Glanz kann abschließend eine geringe Menge weicher Pomade oberflächlich über eine festere Pomade gegeben werden.

Varianten des Pompadours

  • Klassischer Pompadour: längere Seiten, eine glatte Oberfläche und ein gepflegter Glanz.
  • Rockabilly-Pompadour: deutlich ausgeprägte Höhe, starke Form und häufig ein glänzendes Finish.
  • Moderner Pompadour: kürzere Seiten mit Taper oder Fade und ein natürlicheres oder matteres Finish.
  • Undercut-Pompadour: langes Deckhaar trifft ohne weichen Übergang auf deutlich kürzere Seiten.
  • Side-Part-Pompadour: die voluminöse Vorderpartie wird mit einem klar definierten Seitenscheitel kombiniert.
  • Lockerer Pompadour: weniger präzise gekämmt und mit mehr natürlicher Struktur im Haar.

Häufige Fehler beim Styling

  • das Volumen ausschließlich mit Pomade erzeugen wollen
  • das Haar vor dem Styling nicht mit dem Föhn vorformen
  • zu viel oder eine zu schwere Pomade verwenden
  • die Pomade nur auf der Haaroberfläche verteilen
  • die Vorderpartie beim Kämmen vollständig flach drücken
  • eine zu weiche Pomade für dickes oder widerspenstiges Haar wählen
  • die Pomade nicht ausreichend in den Händen verreiben
  • zu früh eine perfekte Form erwarten – ein hoher Pompadour benötigt etwas Übung
Merksatz: Der Föhn erzeugt die Höhe, die Pomade kontrolliert und definiert die Form.

Pompadour im Laufe des Tages nachstylen

Ölbasierte Pomaden und viele UWB-Pomaden bleiben flexibel. Fällt die Vorderpartie im Laufe des Tages etwas zusammen, kann sie mit Kamm und Hand erneut angehoben und geformt werden.

Etwas Wasser oder Hair Tonic kann helfen, die Pomade wieder geschmeidiger zu machen. Klassische Waterbased Pomaden sind nicht geeigent nachgestylt zu werden. Hier müssen die Haare gewaschen und dann komplett neu gestylt werden. 

Mehr Wissen über Pomade, ihre Anwendung und klassische Herrenfrisuren findest Du in der Pomade Academy.